Michaela Faber • 11. Februar 2026
Spiritualität im Beruf leben und warum du (noch) nicht kündigen solltest.

Spiritualität und Psychologie vereint: Erfahre, was Spiritualität wirklich bedeutet, wann sie gesund ist und wann spiritueller Bypass. Plus: Warum Kündigen nicht die Lösung ist.
Es ist Dienstagmorgen, 6:47 Uhr. Müde stehst du unter der Dusche. Es ist erst Dienstag. Wie sollst du die Woche nur überstehen. Du spürst wie das Wasser auf deiner Haut abprallt und lässt deine Gedanken schweifen und plötzlich ist da diese Klarheit. Keine Stimme, kein Gedanke – sondern einfach ein tiefes Wissen.
"Ich muss kündigen."
Dein rationaler Verstand schreit sofort auf: "Bist du verrückt? Die Miete! Deine Altersvorsorge! Das kannst du nicht machen." Du duscht fertig, ziehst dich an und fährst zur Arbeit. Du spürst deine fehlende Motivation heute besonders intensiv. Schon seit Monaten quälst du dich durch die Tage bis zum Feierabend. Sitzt gedankenverloren in den Meetings, hörst deinen Kollegen mit halbem Ohr zu, alles in dir schreit nein. Abends gehst du völlig erschöpft nach Hause und während du auf dein Sofa sinkst, ist es wieder da, dieses:
„Ich muss kündigen."
Ist das nun wahrhaftige Intuition oder ein spiritueller Bypass?
Du machst es dir auf dem Sofa gemütlich und fängst an zu googeln: "Spiritualität leben" oder "Spiritualität psychologisch erklärt" und „Jobs für spirituelle Menschen". Du erinnerst dich an all die Ausbildungen, die du nebenher gemacht hast. All die Workshops und Seminare, in denen du dich mit Spiritualität beschäftigt hast. Deine Yoga-Lehrer Ausbildung, Holistic-Coach, Human Design und … die Liste ist lang. Und mit jeder neuen Ausbildung ist deine Unzufriedenheit gestiegen.
Du grübelst, wieder einmal und je länger du grübelst desto weniger vertraust du dir, denn da ist diese Stimme in dir: "Mit welchem davon soll ich denn anfangen? Ich kann doch nicht alles machen! Und überhaupt – wer bin ich, dass ich denke, ich könnte damit Geld verdienen?" Und dann fühlt sich das alles aber auch nicht so richtig an.
Auf welchem Weg bin ich richtig?
Du hast tausend Talente, aber welches ist DAS eine? Welches darfst du leben? Irgendwie fühlt sich das Alte nicht mehr richtig an, aber das Neue – das ist irgendwie auch nicht da. Oder eher: Es ist so viel da, dass du paralysiert bist.
Ich bin Diplom-Psychologin und war mal genau da, wo du jetzt bist. Seit 19 Jahren arbeite ich bodenständig spirituell und kombiniere beide Ebenen: Spiritualität und wissenschaftlich fundierte Psychologie.
Denn es gibt sie, die Brücke zwischen Körper und Seele, zwischen Bodenständigkeit und Spiritualität. Und nein, du musst jetzt nicht gleich deinen Job kündigen oder all deine Talente auf einmal auspacken. Aber mehr dazu gleich. Lass uns erst einmal schauen, was da eigentlich gerade passiert.
Was ist Spiritualität überhaupt?
Wir alle reden drüber, aber so richtig wissen wir doch nicht, was es ist, diese Spiritualität. Also lass uns erst einmal klären, was Spiritualität eigentlich bedeutet.
Nach Michael Utsch beinhaltet Spiritualität mehrere zentrale Aspekte:
Sinnsuche und tiefere Bedeutung:
Ohne Sinn fehlt uns Menschen die Motivation, überhaupt irgendetwas zu tun. Daran könnte es also liegen, dass du deinen Job nicht mehr magst. Es fehlt die Motivation.
Selbstentfaltung und Selbstakzeptanz: Auch hier mangelt es im Arbeitsalltag häufig an Möglichkeiten. Es könnte also der zweite Grund sein, warum du kündigen willst. Vor allem, wenn du all diese Talente in dir spürst, die keine Bühne bekommen.
Positive soziale Beziehungen:
Auch hier sind viele Arbeitsumfelder als mangelhaft zu bewerten. Ich habe unzählige Klientinnen, die sich über Vorgesetzte mit toxischen Verhaltensweisen beklagen, über Kollegen und Kolleginnen, die im Kampf um die Gunst der Führungsetage mit harten Bandagen kämpfen. Ein weiterer Punkt, warum du eventuell deinen Job kündigen willst.
Verbindung zu etwas Größerem: Spiritualität bedeutet auch das Gefühl, mit einer höheren Macht verbunden zu sein. Wer dies lebt und äußert, wird in Deutschland im besten Falle milde belächelt, im schlimmsten Fall lächerlich gemacht. Auch dies stößt ab.
Naturverbundenheit und Schönheit:
Auch die Verbindung zur Natur und ein Erleben von Schönheit gehört zur Spiritualität, was meist am Arbeitsplatz eher zu kurz kommt.
Du siehst: All die Beschäftigung mit Spiritualität, mit Workshops, Ausbildungen – sie haben dich mit all diesen Punkten in Berührung gebracht und lösen etwas in dir aus. Sie haben dir gezeigt, was alles möglich ist. Und jetzt stehst du da mit diesem ganzen Potential und fragst dich: "Was davon bin wirklich ICH? Was gehört zu meinem Weg?"
Solltest du deinen Job deshalb gleich kündigen? Ich würde sagen: Nein. Warte mal noch ab.
Die psychologischen Funktionen von Spiritualität (Warum wir sie brauchen)
In der Psychotherapie wird Spiritualität zunehmend ernst genommen, und ich persönlich glaube, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis dies auch Einzug in die Arbeitswelt hält. Wir wissen heute, welch wichtige Funktion Spiritualität hat:
1. Sie ist Sinn-stiftend
Menschen suchen nach einem Sinn im Leben, um dadurch eine Orientierung zu haben, eine Struktur zu erschaffen und dem Leben eine Bedeutung zu geben. Den Sinn hinter etwas zu verstehen hilft uns, Krisen zu bewältigen und mental gesund zu bleiben.
Der Psychoanalytiker C.G. Jung sieht Sinn sogar als das zentrale Element, um psychisch gesund zu bleiben. So gesehen ist Spiritualität also wirklich wichtig, um in Zeiten des Wandels und äußeren Chaos psychisch gesund zu bleiben, Depressionen vorzubeugen, Ängste zu bewältigen und innerlich stabil zu sein.
Unterm Strich sorgt sie also für ein gesundes Arbeitsklima mit gesunden Arbeitnehmern.
2. Sie hilft bei der Emotionsregulation
Praktiken wie Meditation, Achtsamkeit, Wertschätzung, Dankbarkeit und kleine Rituale helfen, schwierige Emotionen zu regulieren und vor allem auch dabei Stress zu reduzieren.
3. Sie unterstützt deine Identitätsentwicklung
Spiritualität hilft dabei, die eigene Identität über Rollen hinaus zu definieren. Du bist nicht nur "Managerin" oder "Mutter", sondern ein Bewusstsein, das eine menschliche Erfahrung macht.
So lernst du, dass dein Wert sich nicht an äußeren Dingen bemisst, sondern in deinem Inneren, von dir selbst, festgelegt wird. Das wiederum stabilisiert dich in Krisen (Jobverlust, Trennung, Krankheit), weil dein Wert nicht an äußeren Rollen hängt.
4. Sie fördert Gemeinschaft & Zugehörigkeit
In einer Gesellschaft, die zunehmend über digitale Medien kommuniziert und in der sich die einzelnen Mitglieder physisch immer weiter voneinander entfernen, geben spirituelle Gemeinschaften (Meditationsgruppen, spirituelle Kreise) eine Möglichkeit, sich tiefer zu verbinden und gemeinsam einen Sinn im Leben zu erfahren. Auch dies ist ein wichtiger Faktor im Hinblick auf Gesunderhaltung.
5. Sie wandelt Angst
Spiritualität hilft des Weiteren dabei, die Angst vor der eigenen Bedeutungslosigkeit, Isolation und sogar vor dem Tod zu verwandeln. Denn, wenn du dich als Teil von etwas Größerem fühlst, verliert der Tod seinen Schrecken.
Und warum solltest du deinen Job noch immer nicht kündigen? Warte, ich erkläre dir noch etwas zum Thema.
Wann ist Spiritualität gesund? Und wann pathologisch?
Immer wieder arbeite ich mit Menschen, in erster Linie Frauen, die in einem Channeling o.ä gesagt bekommen, dass sie Heilerinnen sind. Und diese Frauen denken dann, dass sie als Buchhalterin oder Beamtin etc. auf dem falschen Weg sind.
Wenn du also ein gutes Händchen für Zahlen hast, Zahlen liebst und gerne ordnest, dann bist du eventuell im Bereich Logistik oder Buchhaltung wirklich gut aufgehoben. Wenn einer deiner höchsten Werte zudem die Sicherheit ist, dann ist es auch gut im Angestellten Verhältnis zu bleiben.
Dich dann als Reiki Heilerin Selbständig zu machen und deinen Hauptjob aufzugeben wäre dann ein richtig guter Weg, um von der Fülle in die Armut zu gehen.
Es bringt also gar nichts, wenn du von heute auf morgen deinen lukrativen Job als Buchhalterin an den Nagel hängst, während du gleichzeitig Angst davor hast, deine Gaben und Talente mit der Welt zu teilen. Oder wenn du dich nicht entscheiden kannst, welches deiner vielen Talente du überhaupt leben sollst und deshalb lieber gar nichts machst.
Und ich verrate dir an dieser Stelle noch etwas: Nur wo ein wahrer Wille ist, ist ein Weg. Wenn du dich nicht zu 100% ausrichtest. Dir denkst egal was passiert, ich will das machen und das klappt! Dann warte bis du richtig Feuer gefangen hast. Schöpfung reagiert sehr empfindlich auf deine Zweifel. Und wenn diese Zweifel in dir lebendig sind, dann bekommst du genau das was du nicht willst.
Der spirituelle Bypass: Die Schattenseite der Spiritualität
Und dann ist da noch die dunkle Seite der Spiritualität. Das sehe ich in meiner Praxis häufiger:
Frauen, die meditieren, channeln, manifestieren – aber ihre toxischen Beziehungen nicht verlassen. Männer, die über Erleuchtung reden und sich selbst als zutiefst spirituell bezeichnen, aber ihre Wut nicht fühlen. Menschen, die "Liebe und Licht" predigen, aber ihre Depressionen nicht angehen wollen.
Und Menschen, die denken: "Ich muss erst meinen Job kündigen, bevor ich spirituell leben kann. Ich muss erst alle meine Ausbildungen abschließen, bevor ich anfangen darf. Ich muss erst herausfinden, welches mein EINES wahres Talent ist, bevor ich irgendetwas tun kann."
Das ist spiritueller Bypass.
Merkmale von spirituellem Bypass:
- Die Suche nach dem perfekten Beginn statt einfach loszulegen
- Nötige Schritte werden nicht gemacht, stattdessen immer Gründe finden warum es nicht geht
- Alles ist "Learning", nichts ist einfach nur scheiße
- Du übernimmst keine Verantwortung für konkrete Handlungen, sondern "vertraust dem Universum"
- Es wird sich dogmatisch an 'eine' Wahrheit gehalten und diese mit allen Mitteln verteidigt
- Du wartest auf den "perfekten Moment" oder das "eine wahre Talent", statt mit dem zu beginnen, was jetzt möglich ist
- Ignorieren, dass man manchmal auch einfach klare Grenzen setzen muss. Dem Chef oder den Kollegen eine klare Ansage machen muss. Nein sagen lernen muss.
- Psychologisch ist das: Vermeidung. Dissoziation. Verleugnung.
- Gesunde Spiritualität sagt: Fühl deine Wut. Schau deinen Schatten an. Handle konkret, setze Grenzen und erlaube dir klar zu sein. Fang JETZT an, wo du gerade bist, genau an dem Ort an dem du dich jetzt befindest. Laufe nicht weg sondern konfrontier dich und dann schaue ob dich die Heilarbeit anzieht oder ob du einfach nur den Arbeitgeber wechseln solltest.
Was kommt als nächstes?
Die Dusch-Erleuchtung von 6:47 Uhr war real. Aber sie bedeutet nicht zwangsläufig: "Kündige morgen." Sie bedeutet: "Es ist Zeit für Veränderung."
Und diese Veränderung kann genau da beginnen, wo du jetzt bist. In deinem aktuellen Job. Mit deinen vielen Talenten. Ohne dass du dich für EINES entscheiden musst.
Im zweiten Teil dieser Serie zeige ich dir konkret, wie du Spiritualität JETZT am Arbeitsplatz leben kannst – ohne zu kündigen. Wie du deine vielen Talente integrierst statt zu wählen. Und wie du herausfindest, was wirklich dein nächster Schritt ist.
Du wirst praktische Rituale kennenlernen, die nur Sekunden dauern. Du erfährst, wie spirituelle Kommunikation am Arbeitsplatz aussieht. Und du bekommst eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du vom Talente-Chaos zur Klarheit kommst.
Denn manchmal ist der erste Schritt nicht die Kündigung, sondern das bewusste Ja zu dem, wo du gerade bist.
NEWS VOM UNIVERSUM

"Ich bin erfolgreich. Ich bin wertvoll. Ich kann alles schaffen." ... errm echt jetzt? Du musst dir nur einen Zettel an den Spiegel klemmen und dich mehrmals am Tag so fühlen als ob, währen du dir diese Worte sagt. Kommt dir bekannt vor? Millionen von Menschen stehen morgens vor dem Spiegel und sprechen sich ihre Affirmationen vor. Sie kaufen Bücher, hören Podcasts und folgen Gurus, die ihnen versprechen, dass positive Affirmationen ihr Leben verändern werden. Ich habe sogar mal eine Klientin gehabt, die mit positiven Affirmationen ihren Krebs heilen wollte. Das hat leider nicht geklappt auch wenn ich es ihr von Herzen gegönnt hätte. Also – warum funktioniert es dann bei den meisten von uns nicht? Ich denke positiv also bin ich oder … Positive Denken ist an sich überhaupt nichts negatives. Aber, wenn Affirmationen wirklich so kraftvoll wären, müsste die Welt dann nicht voller reicher, selbstbewusster, erfolgreicher Menschen sein? Es ist doch so einfach! Oder doch nicht? Wir leben in einer Zeit in der Angststörungen und Depressionen auf einem Allzeithoch sind. Kann man dieses Problem nicht einfach mit Affirmationen lösen? Ich würde sagen nein, denn Affirmationen haben ein fundamentales Problem: Sie versuchen gegen etwas anzukämpfen, das viel mächtiger ist als bewusste Worte. Sie kämpfen gegen deine unbewussten Überzeugungen und die machen 95% deiner Gedanken aus! Der innere Kritiker als Hintergrundrauschen… Und das ist es nicht allein. Während du vor dem Spiegel stehst und dir sagst "Ich bin wertvoll. Ich ziehe Fülle an wie ein Magnet.“, läuft in deinem Unterbewusstsein ein ganz anderes Programm ab. Da ist deine innere Stimme, die flüstert: "Das ist doch Blödsinn. Du weißt genau, dass du wertlos bist. Das wird sich auch niemals ändern.“ Diese innere Stimme meint es eigentlich gut mit dir. Sie ist zu einer Zeit entstanden, als du dich schützen musstest. Als es wichtig war deinen Selbstwert zu verstecken, denn wann immer er sich gezeigt hat, wurde er klein gemacht. Deine unbewusste, innere Stimme ist ein Überlebensmechanismus und den nimmt das Gehirn um einiges ernster, als deine bewussten Affirmationen. Wenn du also als Kind oft kritisiert wurdest, entwickelte dein Gehirn eine innere Stimme, die dich schon vorher warnt: "Pass auf, mach keinen Fehler, sonst wirst du wieder abgelehnt.“ Und damit gehst du nicht auf Erfolgskurs, sondern bleibst bei dem was dir vertraut ist. Positive Affirmationen sind zum scheitern verurteilt … Versuche einmal zwei Menschen gleichzeitig zu zuhören. Der eine macht dir Komplimente aber auf der anderen Seite steht einer der dir erzählt was alles nicht mit dir stimmt. Dein Gehirn wird sich nicht auf den Menschen der dir Komplimente macht (deine Affirmation) konzentrieren können. Genauso übertönen deine unbewussten Glaubenssätze (der Mensch der dir erzählt was alles nicht stimmt) die bewussten positiven Worte. Und es kommt noch etwas hinzu. Häufig sind die Affirmationen so weit von dem entfernt, was du unbewusst über dich glaubst, dass dein Unterbewusstsein noch einen Schritt weiter geht - du gehst volle Kanne, unbewusst in den Widerstand. Dein Gehirn denkt: "Das stimmt doch alles nicht, da muss ich gegen arbeiten.“ und verstärkt die negativen Gedanken noch mehr. Und das hier passiert wirklich in deinem Kopf… Weist du wie viele Gedanken pro Tag dir durch den Kopf rauschen? Es gibt wissenschaftliche Schätzungen, dass es 70.000 oder sogar mehr Gedanken pro Tag sind, also dem Tagesanteil an dem du wach bist. Der Großteil davon, nämlich 95%, sind völlig unbewusst. Wenn du das in Zeit umrechnest - sagen wir 16 Stunden am Tag wach bist und Gedanken hast und 8 Stunden schläfst. Dann wären das bei 16 Stunden, 4375 Gedanken pro Stunde und 72 Gedanken pro Minute! Das bedeutet, dass du 69 Gedanken unbewusst denkst und nur 3 Gedanken dein Bewusstsein erreichen! Also für mich macht es total Sinn, dass das nicht funktionieren kann. Denn diese 69 unbewussten Gedanken bestimmen: Wie du dich fühlst Welche Entscheidungen du triffst Wie du auf andere wirkst Was du für möglich hältst Solange du also diese unbewussten Programme nicht erkennst und veränderst, bleiben Affirmationen Kosmetik an der Oberfläche. Es nützt nix, du musst dir bewusst werden… Bevor du also irgendetwas verändern kannst, musst du erst einmal merken, was wirklich in deinem Kopf passiert. Das bedeutet: Werde zum Beobachter deiner Gedanken. Hast du schon einmal versucht eine Minute lang alle deine Gedanken zu beobachten? Ich sage dir es ist gar nicht so einfach. Wenn man das aber über und mehrmals am Tag macht, dann kommt man sich richtig gut die Schliche. Man kann sich auch am Tag immer wieder bewusst machen, welche innere Stimme da gerade spricht. Wer redet da, wenn ich einen Fehler mache, oder was habe ich gerade gedacht bevor dieses Gefühl hoch gekommen ist, dass ich jetzt spüre. Du musst nicht gleich zum Meditationsprofi werden, das fällt den meisten von uns eh super schwer, es hilft schon mehrmals am Tag inne zu halten und sich ganz bewusst wahr zu nehmen. Wie fühle ich mich jetzt gerade? Welche Gedanken gegen mir durch den Kopf? Was war gerade vorher los? Mit wem habe ich gesprochen, an wen habe ich gedacht? Was hat dieses Gefühl in mir ausgelöst. Wann habe ich mich das letzte Mal so gefühlt wie jetzt gerade und wann das Mal davor, und davor etc. Erkenne die Muster. Mit etwas Übung fängst du an Muster zu erkennen. Immer dann wenn ich auf diese Situation, solche einen Menschen etc. treffe, dann wird meine innere Stimme besonders laut, löst ein Gefühl aus und lässt mich so handeln oder das sagen. Hinterfrage die Herkunft deiner Gedanken. Wer spricht da eigentlich? Häufig sind es nämlich nicht einmal die eigenen Gedanken, die wir denken. Es sind verinnerlichte Worte/Sätze und Botschaften von Eltern, Lehrern, aus den Medien die wir konsumieren oder anderen wichtigen Menschen aus der Vergangenheit. Wenn Affirmationen nicht helfen… Es gibt, so blöd das auch ist, keine Schablone die auf alle passt. Deshalb gibt es eben auch Leute bei denen Affirmationen helfen. Bei den Meisten aber eben nicht. Anders gesagt, jeder Topf hat einen Deckel, du musst deinen passenden Deckel finden. Und dafür kann es sein, dass du… Deine innere kritische Stimme erst einmal kennen lernen musst und dir bewusst machen musst: Es ist nur ein alter Schutzmechanismus, den ich heute nicht mehr brauche. Wenn dir das bewusst ist, kannst du Wege finden um diesen Schutzmechanismus aufzuheben. Hier kann bspw. Hypnose helfen. Durch das Beobachten deiner Gedanken nimmst du wahr: Wenn du selber negativ mit dir sprichst. Hinterfrage das: „Stimmt das wirklich, dass ich zu blöd bin um erfolgreich zu sein? Stimmt es wirklich, dass ich nichts wert bin.“ Frage dich, was würde ich einer guten Freundin sagen, die so über sich redet. Und dann sage dir selber genau das. Bleibe realistisch: Zerlege deine Ziele in erreichbare Etappen. Es bringt nichts sich vorzustellen 1Mio Euro auf dem Konto zu haben, wenn du denkst, dass 100 Euro total viel Geld ist. Gedanken führen zu Handlungen und Handlungen zu neuen Gedanken: Nimm dich bewusst wahr und lerne kennen wie du handelst. Wenn du dich selber erkennst, dann handele bewusst anders. Und keine Sorge, wenn es erst einmal nicht klappt, denke daran, laufen musstest du auch erst lernen! Übung mach die Meisterin. Fazit... Du siehst, echte Veränderung im Erwachsenenalter braucht mehr als das nachplappern positiver Sätze. Es braucht Bewusstsein, Mut, die Bereitschaft sich selber gegenüber ehrlich zu sein, Verantwortung zu übernehmen und sich den eigenen Denkmustern zu stellen. Es erfordert Hingabe an dich selber und ist ein wahrer Akt der Selbstliebe. Denn wenn du dich wirklich verstehst, deine Muster durchschaut und deine wahre Innere Stimme deutlich von den Stimmen der anderen unterscheiden kannst, dann klappt es auch mit einer zusätzlichen Verstärkung durch positive Affirmationen, gepaart mit Gefühlen und Visionen deiner Zukunft, so wie du sie wirklich willst.





